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15 Jahre Duo Dulcimus – eine musikalische Reise
Als Andi und ich vor 15 Jahren beschlossen, gemeinsam Musik zu machen, ahnten wir nicht, wohin uns dieser Weg führen würde. Was als kleines Experiment begann, ist heute eine Herzensangelegenheit mit über 200 Auftritten auf Mittelaltermärkten, Stadtfesten und privaten Veranstaltungen.
Ich erinnere mich gut an die Anfänge. Andi und ich kannten uns bereits aus einer Trommelgruppe. Er spielte Djembe, ich hatte gerade zwei Jahre Erfahrung mit dem Mountain Dulcimer gesammelt – einem Instrument, das mich vom ersten Moment an faszinierte. Der warme, sanfte Klang, die einfache Spielweise und die tiefe Verwurzelung in der Volksmusik haben mich sofort gepackt.
Unsere ersten musikalischen Gehversuche machten wir nicht auf einer Bühne, sondern – ganz bewusst – als Straßenmusiker. Unsere Musik sollte spontan, lebendig und improvisiert sein. Keine festgelegten Arrangements der Stücke, keine festen Strukturen. Wir wollten frei spielen – im doppelten Sinn.
Unser erstes Instrumentarium war mehr als bescheiden: ein altes Scheitholt, gebaut von Michael W. Flügge, und Andis altgediente Djembe. Schnell merkten wir, dass das Scheitholt zu leise war. Also bastelten wir kurzerhand einen Resonanztisch aus einer Holzkiste vom Baumarkt – ein erster Schritt zur Weiterentwicklung.
Unser Debüt gaben wir 2010 beim Straßenmusikfestival in Bräunlingen im Schwarzwald – weit entfernt von unserem Bekanntenkreis. Wir wollten uns ausprobieren, Erfahrungen sammeln, ohne Angst vor kritischen Blicken. Der Auftritt verlief besser als erwartet – nicht, weil wir musikalisch brillierten, sondern weil die Kombination aus Dulcimer und Djembe die Menschen neugierig machte. Auch unsere Spielfreude und der entspannte, improvisierte Charakter kamen gut an.
Im selben Jahr spielten wir erstmals auf dem historischen Markt in Großbottwar – der Auftakt zu vielen weiteren Auftritten. Inzwischen sind 15 Jahre vergangen, und wir blicken auf eine reiche Zeit voller Begegnungen, Erfahrungen und kleiner musikalischer Abenteuer zurück.
Heute spielen wir mit einer Selbstverständlichkeit, die uns anfangs unvorstellbar war. Die Stücke fließen, die Melodien sind in unseren Fingern gespeichert. Wir schauen kaum noch auf unsere Instrumente, sondern achten auf unser Publikum. Unsere Kommunikation erfolgt über Blicke, Gesten und das genaue Hinhören. Ob ein Stück ruhig beginnt, sich rhythmisch steigert oder mit einem Mitklatschteil endet – das entscheidet sich oft erst im Moment des Spiels.
Diese Freiheit erlaubt es uns, spontan auf die Menschen um uns herum zu reagieren: Ein Liebeslied für das junge Paar, ein mittelalterlicher Text von Walther von der Vogelweide für den älteren Herrn, ein Kinderlied für das staunende Kleinkind. Manchmal erkennen wir auch bekannte Gesichter im Publikum und wissen genau, welches Lied sie zum Mitsingen bringen wird.
Wir spielen bewusst nicht auf Bühnen, sondern dort, wo die Menschen sind. Unsere Musik darf gehört werden – muss aber nicht. Jeder darf weitergehen, wenn ihm der Klang nicht gefällt. Doch wer stehenbleibt, wird Teil eines kleinen musikalischen Moments – ohne Eintritt, ohne Verpflichtung, aber mit viel Herz.
Über die Jahre sind viele Händler und Musikerkollegen auf den Märkten zu Freunden geworden. Man tauscht sich aus, gibt sich Tipps, unterstützt sich gegenseitig. Die Szene ist familiär und wertschätzend – ein Grund, warum wir uns in dieser Welt so wohlfühlen.
Zum 15-jährigen Jubiläum von Duo Dulcimus bin ich vor allem eines: dankbar. Für die vielen Begegnungen, für die wachsende Liebe zum Mountain Dulcimer, und für den Mut, den wir damals aufbrachten, einfach loszuspielen.
Deshalb möchte ich am Schluss allen Dulcimerspieler/innen hier im Forum Mut machen:
Geht raus, spielt für die Menschen!
Es kostet Überwindung. Doch was ihr zurückbekommt, ist unbezahlbar: Lächeln, Freude, Dankbarkeit.
Und vielleicht – eine musikalische Reise, die 15 Jahre (oder länger) dauert.
Edd Presnell erklärt und zeigt wie er Dulcimer baut. ...war länger nicht beim Friseur.
https://www.folkstreams.net/films/edd-pr...imer-maker
...und es macht immer wieder Freude - Ein Wochenende auf dem Mittelaltermarkt mit dem Dulcimer.
Seit 15 Jahren sind wir nun aktiv. Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis. Und da wir an Tag teilweise bis zu 5 Stunden spielen sitzt das Programm nun auch so langsam 
So haben wir während dem Musizieren viel Zeit unsere Besucher anzulächeln um gemeinsam Spaß zu haben.
Hier ein Bild vom letzten Wochenende in Reutlingen.
Der Song "Herzschlag" aus meinem 2024 erschienen Album "Horizont" - jetzt als Video auf YouTube veröffentlicht.
Dabei kommt meine Seagull Merlin M4 voll zum Einsatz und zur Geltung.
Das Video entstand in den letzten Wochen anlässlich einer wunderschönen Reise quer durch die Bretagne, ist also auch eine kleine Liebeserklärung an Land & Leute. Ich fand, Dulcimer-Sound und Bretagne, das passt perfekt.
Herzliche Grüße. Ukeman56

